Zukunft in Vielfalt: Gemeinsam Schule diskriminierungssensibel gestalten

Zukunft in Vielfalt: Gemeinsam Schule diskriminierungssensibel gestalten

Die Schule soll ein Ort sein, an dem alle jungen Menschen gesehen, gestärkt und ernstgenommen werden. Gemeinsam mit Afrika und Lions-Quest unterstützen Lehrkräfte dabei. | Lions Deutschland

In jedem Klassenzimmer treffen unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinander. Manche Schüler:innen wachsen seit Jahren am selben Ort auf. Andere sind mit mehreren Sprachen, Kulturen oder Familiengeschichten verbunden. Wieder andere haben Flucht erlebt, mussten Vertrautes zurücklassen und suchen in der Schule nicht nur Wissen, sondern auch Sicherheit, Zugehörigkeit und Vertrauen.

Damit Schule ein Ort sein kann, an dem alle jungen Menschen gesehen, gestärkt und ernst genommen werden, braucht es Wissen, Haltung und gute pädagogische Materialien.

Lions-Quest „Zukunft in Vielfalt“ ist ein Fortbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte, das Vielfalt, interkulturelles Lernen und Lebenskompetenzförderung miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schule ein diskriminierungssensibler Ort werden kann, an dem junge Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion, Familiengeschichte, Fluchterfahrung oder Diskriminierungserfahrungen Zugehörigkeit erleben.

Die Fortbildung richtet den Blick bewusst auf die eigene Haltung. Pädagogische Fachkräfte setzen sich mit Schubladendenken, Klischees und der Entstehung von Vorurteilen auseinander. Sie reflektieren, wie Sprache, Erwartungen und Routinen den Schulalltag prägen – und wie sie durch bewusstes Handeln dazu beitragen können, Ausgrenzung zu vermeiden und ein respektvolles Miteinander zu stärken.

Vielfalt verstehen – Diskriminierung erkennen – Zugehörigkeit stärken

Die Sensibilisierung für Flucht und Diskriminierung ist in einer vielfältigen Gesellschaft besonders wichtig. Schüler:innen bringen unterschiedliche Erfahrungen und Stärken in den Schulalltag ein. Manche haben Flucht erlebt, andere wachsen mehrsprachig auf oder haben interkulturelle Kompetenzen aufgrund familiärer Bezüge zu verschiedenen Ländern und Kulturen. Wieder andere erleben Zuschreibungen aufgrund ihres Namens, ihres Aussehens, ihrer Religion, ihrer Sprache oder ihrer Familiengeschichte.

Es geht nicht nur darum, gesellschaftliche Themen wie Vielfalt, Zugehörigkeit, Diskriminierung oder Vorurteile grundsätzlich zu verstehen. Im schulischen Kontext erhalten diese Fragen eine besondere Bedeutung, denn Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum. Hier erleben junge Menschen täglich, ob sie gesehen, gehört und ernst genommen werden. Deshalb ist es wichtig, die eigene Schule bewusst in den Blick zu nehmen: Welche Perspektiven finden Raum? Welche Bilder prägen das Miteinander? Und wie kann Schule dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche nicht auf Herkunft, Fluchterfahrung oder zugeschriebene Identitäten reduziert werden, sondern sich als Teil einer starken Gemeinschaft erleben?

Unterrichtsmaterialien von Gemeinsam mit Afrika

Dazu stellt der Partner der Stiftung der Deutschen Lions Gemeinsam mit Afrika Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die Lehrkräfte dabei unterstützen, globale Zusammenhänge verständlich und altersgerecht in den Unterricht zu bringen. Die Materialien sind kostenlos für die Grundschule und die Sekundarstufe zugänglich, können als PDF heruntergeladen und ohne großen Vorbereitungsaufwand im Unterricht eingesetzt werden.

Die Unterrichtsmodule fördern ein differenziertes Bild des afrikanischen Kontinents und laden Schüler:innen dazu ein, gesellschaftliche Fragen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Ergänzend dazu bietet Gemeinsam mit Afrika weitere Bildungsangebote wie Lernkoffer, Spiele, Fortbildungen und die Unterstützung durch Referent:innen mit Afrika-Expertise an.

Zwei Themen, denen Schüler:innen im Schulalltag häufig begegnen, sind Flucht und Diskriminierung. Sie hören Fluchtgeschichten, erleben Vorurteile, Ausgrenzung und unterschiedliche Formen von Benachteiligung – manchmal offen sichtbar, manchmal leise und unbemerkt.

Das Unterrichtsmodul „Flucht“ unterstützt Schulen dabei, Fluchtursachen, Fluchtbewegungen und die rechtliche Situation geflüchteter Menschen zu verstehen. Es öffnet den Blick für die Lebensrealitäten von Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, und macht deutlich, dass Flucht nie nur ein abstraktes politisches Thema ist. Sie betrifft Menschen mit Hoffnungen, Fähigkeiten, Verlusten und Zukunftsplänen.

Das Unterrichtsmodul „Diskriminierung“ sensibilisiert für Vorurteile, Sprache, Machtverhältnisse und Benachteiligung – in Deutschland ebenso wie in Ländern Afrikas. Schüler:innen setzen sich mit eigenen Annahmen auseinander, erkennen die Wirkung von Ausgrenzung und entwickeln Ideen für ein respektvolles Miteinander.

Vom Unterricht zur Schulkultur

Lions-Quest „Zukunft in Vielfalt“ stärkt die pädagogische Haltung und die methodische Sicherheit der Fachkräfte. Die Materialien von Gemeinsam mit Afrika helfen Schüler:innen, globale Themen mit ihrem eigenen Alltag zu verbinden. Sie regen dazu an, Flucht, Diskriminierung, Vorurteile und Zugehörigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und eigene Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Während die Unterrichtsmaterialien von Gemeinsam mit Afrika Wissen vermitteln, Fragen anstoßen und Perspektivwechsel ermöglichen, unterstützt Lions-Quest Lehrkräfte dabei, diese Themen strukturiert und nachhaltig in eine diskriminierungssensible Schulkultur einzubetten.

Beide Angebote verfolgen damit ein gemeinsames Ziel: Sie wollen junge Menschen stärken, Vielfalt sichtbar machen und Schule als Ort des respektvollen Zusammenlebens gestalten. Gemeinsam eröffnen Gemeinsam mit Afrika und Lions-Quest einen wirkungsvollen Zugang zu einer Schule, die Vielfalt nicht als Herausforderung verwaltet, sondern als gesellschaftliche Realität aktiv gestaltet.

So entsteht ein Zusammenspiel aus Wissen, Haltung und Handlungskompetenz. Schüler:innen lernen, globale Themen mit ihrem eigenen Alltag zu verbinden. Pädagogische Fachkräfte gewinnen Sicherheit darin, Vielfalt wertschätzend aufzugreifen und Diskriminierung entgegenzuwirken. Und die Schulgemeinschaft als Ganzes wird gestärkt.

Aus Unterricht wird Begegnung. Aus Wissen wird Verantwortung. Und aus Vielfalt wird eine gemeinsame Zukunft.