Lions-Quest als Rankhilfe im Schulalltag

Lions-Quest als Rankhilfe im Schulalltag

Die Goetheschule – Kooperative Gesamtschule (KGS) Barsinghausen zeigt, wie Lions-Quest systematisch in Unterricht, Klassenlehrkraftstunden und Schulkultur integriert werden kann. Das Beispiel macht deutlich: Wenn ein ganzes Kollegium gemeinsam startet, kann Lions-Quest besonders nachhaltig wirken.

Lions-Quest unterstützt sozial-emotionales Lernen, Demokratiebildung und Persönlichkeitsentwicklung an der Goetheschule – Kooperative Gesamtschule (KGS) Barsinghausen. | Goetheschule – Kooperative Gesamtschule (KGS) Barsinghausen
Das Schulmotto stellt die Schüler*innen in den Mittelpunkt. | Goetheschule – Kooperative Gesamtschule (KGS) Barsinghausen

Seit April 2024 arbeitet die Goetheschule - KGS Barsinghausen intensiv mit Lions-Quest. Dabei hat die Schule das Programm nicht nur einzelnen Lehrkräften zugänglich gemacht, sondern das gesamte Kollegium verpflichtend einbezogen. Nach einem Teamworkshop an der Evangelischen Schule in Celle war der Drang groß, gemeinsam als Kollegium an der weiteren Schulentwicklung zu arbeiten. Daraufhin nahmen rund 80 Kolleg*innen an einer schulinternen Lions-Quest-Fortbildung als verpflichtende Dienstveranstaltung teil.

Gemeinsame Fortbildung als Grundlage

Die Entscheidung, das gesamte Kollegium einzubinden, war für den Schulleiter der Goetheschule, René Ehrhardt, zentral. Als Mitglied der Lions vom Programm Lions Quest wissend und initiativ ausgehend von der Realschulleitung Frau Weiland-Ehrhardt zur Lions-Quest Fortbildung gegangen, konnte die Schulleitungsrunde bestehend aus den weiteren Schulzweigleitungen Gymnasium, Hauptschule, Direktorstellvertreter und Didaktische Leitung von der Nachhaltigkeit des Programms überzeugt werden. In drei Gruppen, begleitet durch Lions-Quest-Trainer*innen, erlebten die Lehrkräfte die Methoden von Lions-Quest „Erwachsen werden“ selbst. Sie konnten Übungen ausprobieren, reflektieren und miteinander darüber sprechen, wie sozial-emotionales Lernen an ihrer Schule gestärkt werden kann. Dadurch wurden eine gemeinsame Grundlage und ein gemeinsames Verständnis für die Kolleg*innen aus verschiedenen Bildungsgängen, Professionen und pädagogischen Hintergründen geschaffen.

Schulleiter René Ehrhardt betont, wenn Lions-Quest an der Schule eingeführt wird, dann verbindlich, gemeinsam und kontinuierlich. „Wir Lehrkräfte müssen ein Team sein, damit wir gemeinsam gutes Lernen ermöglichen können“, beschreibt Ines Zemkalis, didaktische Leitung der Goetheschule, die Haltung hinter der Entscheidung.

An der Goetheschule - KGS Barsinghausen wird Lions-Quest nicht als Sammlung einzelner Übungen verstanden. Energizer und aktivierende Methoden kommen zwar im Unterricht zum Einsatz. Entscheidend sind für die Schule aber vor allem die Kernelemente des Programms, die im umfangreichen Programmhandbuch enthalten sind. Selbstwahrnehmung, Reflexion, Gesprächsfähigkeit und wertschätzende Kommunikation, folgen einem spiralcurricularen Aufbau, sodass sie im Verlauf der Lions-Quest-Einheiten wiederholt auftreten.

Schüler*innen lernen, eigene Beobachtungen, Gefühle und Bedürfnisse zu formulieren. So kam im Kollegium nach der Fortbildung schnell die Idee auf, in jedem Klassenraum ein Plakat mit einer Anleitung zu bewusst entwickelten „Ich-Botschaften“ aufzuhängen, die die Schüler*innen unterstützt. Eine von vielen Ideen die zeigt, wie Lions-Quest Schritt für Schritt Teil der gemeinsamen pädagogischen Sprache wird.

Warum Lions-Quest zur Goetheschule passt

Die Goetheschule ist eine kooperative Gesamtschule mit sechs bis sieben Klassen pro Jahrgang. Schüler*innen begegnen sich nicht nur in ihren Klassen, sondern auch in integrativen Kursen wie Sport, Kunst, Musik oder Darstellendem Spiel. Soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit und demokratische Gesprächskultur sind wie in jeder Schulform wichtig.

Für Ines Zemkalis bietet Lions-Quest dabei Orientierung im komplexen Schulalltag. „Ich erlebe Lions-Quest als Partner von Schule“, sagt sie. „Da kann ich mir Impulse holen. Es ist eine Rankhilfe, bei der ich mich in dem Wildwuchs des Schulalltags zurechtfinden kann.“

Aufwachsend wird jede Klasse mit einer Materialbox für Lions-Quest-Einheiten ausgestattet, so dass das Programm direkt ohne große Einstiegshürden im Unterricht und Klassenlehrkraftstunden einsetzbar ist.

Konkrete Umsetzung im Schulalltag

Bereits 2024 wurden Lions-Quest-Elemente in Willkommenstage und Klassenlehrkrafttage eingebunden. Auch wertschätzende Rituale wie die „warme Dusche“ bei Zeugnisübergaben zeigen, wie Lions-Quest das Miteinander an der Schule prägt.

Aktuell arbeitet die Goetheschule daran, die Umsetzung noch verbindlicher zu strukturieren. Dazu gehört unter anderem ein eigenes Controlling, in dem festgehalten wird, wo Lions-Quest bereits fest verankert ist und wo weitere Entwicklungsschritte nötig sind.

Besonders in den Jahrgängen 5 bis 7 soll Lions-Quest ab dem neuen Schuljahr verlässlich Raum bekommen. Daher wird es für diese Jahrgänge eine Lions-Quest-Stunde im Stundenplan geben.

Lions-Quest, Klassenrat und Demokratiebildung

Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist der Klassenrat. In Niedersachsen soll dieser künftig ab Klasse 5 verbindlich eingeführt werden. Für die Goetheschule passt das sehr gut zu Lions-Quest: Schüler*innen üben Verantwortung zu übernehmen, Gesprächsregeln einzuhalten, eigene Anliegen einzubringen und demokratische Prozesse im Schulalltag mitzugestalten.

Damit unterstützt Lions-Quest nicht nur sozial-emotionales Lernen, sondern auch Demokratiebildung und Persönlichkeitsentwicklung.

Erste Veränderungen im Kollegium und bei den Schüler*innen

Die Wirkung zeigt sich an der Goetheschule bereits in vielen kleinen Schritten. Eine durch das Regionale Landesamt für Schule und Bildung moderierte Praxisgruppe im Kollegium entwickelt Ideen weiter und bringt Lions-Quest regelmäßig in die schulische Arbeit ein. Wiederkehrende Methoden, gemeinsame Sprache und sichtbare Rituale helfen dabei, Lions-Quest nachhaltig im System der Schule zu verankern.

René Ehrhardt sowie Ines Zemkalis betonen, dass der große Durchbruch nicht von heute auf morgen entsteht. Entscheidend sei, die kleinen Entwicklungsschritte bewusst wahrzunehmen und dauerhaft erlebbar zu machen.

Ausblick: Lions-Quest „Erwachsen handeln“

Lions-Quest „Erwachsen handeln“. Das Programm für höhere Jahrgänge wird derzeit von Lions-Quest überarbeitet und die Goetheschule bewirbt sich gerade als Pilotschule für die innovativen Veränderungen im zweiten Programmteil. Damit wird das gesamte Kollegium in einer weiteren schulinternen Fortbildung auch für die Arbeit mit den höheren Jahrgängen fortgebildet werden. Mit einem festen Zeitplan möchte sich die Goetheschule als Leuchtturmschule in einigen Jahren qualifiziert haben.

Ein Beispiel für andere Lions-Quest-Schulen

Die Goetheschule - KGS Barsinghausen zeigt, wie Lions-Quest nachhaltig im Schulalltag verankert werden kann: durch eine gemeinsame Fortbildung, klare Strukturen, engagierte Lehrkräfte und die Bereitschaft, sozial-emotionales Lernen als festen Bestandteil schulischer Bildung zu verstehen.

So wird Lions-Quest zu mehr als einer Methode. Es wird zu einer gemeinsamen Haltung und zu einem Leuchtsignal für andere Schulen, die mit Lions-Quest arbeiten oder das Programm künftig einführen möchten.

Lassen Sie uns gemeinsam für Ihre Schule aktiv werden

Sie möchten selbst an einem Seminar teilnehmen oder eine schulinterne Lehrkräftefortbildung durchführen? Dann kontaktieren Sie gerne unsere Mitarbeitenden der Stiftung der Deutschen Lions und lassen Sie sich unverbindlich beraten:

Laurent Wagner

Programmreferent Lions-Quest

Telefon: +49 (0)611 99154-81

E-Mail: l.wagner@lions.de