Erstes Lions-Quest-"Zukunft in Vielfalt"-Pilotseminar in Abensberg

Auszug aus einem Bericht über das erste Lions-Quest-"Zukunft in Vielfalt"-Pilotseminar in Abensberg/Bayern.
Den vollständigen Bericht finden Sie in der Novemberausgabe der Mitgliederzeitschrift LION.
Hier geht es zur LION November Online-Ausgabe

(...) Es waren Lehrkräfte aus Mittel-, Real-, Förder- und Berufsschulen, Schulsozialpädagoginnen, Damen aus Volkshochschule und Helferkreis. Dazu kamen noch vier unserer bayerischen Trainerinnen, die in Zukunft auch dieses Seminar übernehmen wollen. (...)

Drei Seniortrainer, die Material und Seminar entwickelt haben, waren gekommen. Sie hatten sehr gut durchdachte, anschauliche Poster zum Ablauf, dem Material und dem wissenschaftlichen Hintergrund von „Zukunft in Vielfalt“ im Gepäck. Zu Beginn teilten sie sehr offen mit, dass dieses erste Seminar noch „work in progress“ sei und daher Meinungen und Anregungen der Teilnehmer sehr erwünscht seien und in die weitere Arbeit zu diesem neuen Lions-Quest-Angebot einfließen werden. Mit dem Material dürften sie sich auch Werkzeug zur nonverbalen Kommunikation mit ihren Gruppen erwarten, dieses werde noch erweitert bis der eigentliche Ordner den Teilnehmern nach Fertigstellung zugesandt werden wird.

Wie immer bei Lions-Quest wurde den Teilnehmern zu Beginn der Sinn des Seminar erläutert: die praktische Einführung in die Arbeit mit dem Material, mit Übungen Sensibilität Wecken für Haltungen im Umgang mit Migranten in ihrer kulturellen Vielfalt, die grundsätzlichen wissenschaftlichen Informationen Geben zu dem, was die Arbeit zwischenmenschlich und durch das, was die Jugendlichen an Erfahrungen unausgesprochen mitbringen, beeinflusst. Das Gesamtkonzept: Kennenlernen, um hernach mit dem Material nachhaltig arbeiten zu können.

So wurde wie immer in LQ-Seminaren der Gruppenprozess mit seinen Stadien erläutert. In diesem Seminar neu ist die Darstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Traumaforschung. Das Bild der „traumatischen Zange“ hat keinen in der Runde unberührt gelassen. Manchem Lehrer wird sich eröffnet haben, dass nicht nur mangelndes Deutsch der Grund sein kann, einen Schüler nicht zu erreichen. Plötzliches, irreales Verhalten kann so als überwältigendes Erinnern (Flash-backs) erkannt werden.

Auch wurde sicher jedem klar, dass das Schicksal, ein psychisches Trauma zu erleiden, jeden jungen Menschen treffen kann, auch den in intakten und behüteten Familienverhältnissen. Von der „posttraumatische Belastungsstörung“ hat jeder schon gehört. Nun können wir uns darunter etwas vorstellen.

Das Tröstliche war dann aber zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, die Schule oder die Lerngruppe  als sicheren Ort zu gestalten, damit die Jugendlichen, für die alles fremd ist, die Belastungen meistern, „Resilienz“ erwerben können und Integration und Lernerfolg gelingen. Alle Handbücher von Lions-Quest können hierbei wertvolle Dienste leisten.

Der 2. Tag wurde mit dem Kennenlernen des neuen Handbuchs begonnen. Die Teilnehmer wurden eingeladen, die Unterrichtsvorschläge flexibel zu handhaben. Dem endgültigen Material wird wieder eine CD-ROM zum Verändern beigeben werden.

Die Teilnehmer finden in der Einleitung neben den am Vortag erarbeiteten Informationen Erläuterungen zu den pädagogischen Ansätzen und zu den Grundlagen der interkulturellen Schulentwicklung. Sie bekommen die Möglichkeit, an ihren eigenen Erfahrungen und beruflichen Gegebenheiten anzuknüpfen und ihre Rolle als Lehrkraft, in der Schulleitung, als Wegbegleiter/innen und im Kontakt zu den Eltern zu reflektieren.

Bei „Zukunft in Vielfalt“ ist das Handbuch nach der Gruppenentwicklung in kultureller Vielfalt strukturiert. Innerhalb der Kapitel sind die Übungen nach steigendem Sprachniveau angeordnet. So können sich Anwenderinnen und Anwender schnell orientieren, „in welchem Stadium befindet sich meine Gruppe, welche Maßnahmen sind aussichtsreich“. Ich kann mir vorstellen, dass das in der Praxis Stolpersteine und Frust über Zurückbleiben hinter Erwartungen vermeiden hilft. 

Besonders fällt auf, dass in diesem Handbuch die Anleitungen in Tabellenform ausgedruckt sind.

Das wird viele Anwender freuen, denn in der Schule ist die Tabellenform für Unterrichtsvorschläge schon lange eingeführt. Außerschulische Anwender werden damit auch gut umgehen können. Denn diese Form der Darstellung verspricht einen raschen Überblick und lässt Freiraum für spontane Einfälle für die Umsetzung.

Im Seminar wurden nun wieder vier Gruppen gebildet, die sich aus jedem Kapitel eine Lektion ansehen und eine Kurzpräsentation den Einsatz simulierend vorstellen sollten. Es ging um in Kontakt kommen, Gemeinsames und Unterschiedliches reflektieren, Regeln und Rechte, die Reflektion der Kulturen und Werte und - Alleinstellungsmerkmal aller Lions-Quest- Materialien- um einen guten Abschluss, dem Blick zurück und den Blick nach vorne.

Die Jugendlichen, die zu uns eingewandert sind, durchlaufen viele Stationen bis sie „ankommen“, immer wieder neue Orte, neue Bezugspersonen, neue „Peer group“. Da kann viel verloren gehen, wenn nicht professionell „vorgesorgt“ wird. (...)

Die Teilnehmer zeigten eine große Mitmachfreudigkeit und äußerten sich in der Schlussbesprechung sehr positiv zu Seminar und Material. Es habe die Denkweise zum Thema Flüchtlinge bereichert, es habe das Flüchtlingsschicksal spürbar gemacht, wenn noch mehr nonverbales Material dazukommt, seien die Unterrichtsvorschläge sehr gut einsetzbar. Die Feedbackauswertung ist auf Anhieb hervorragend. Wieder wurde die bekannt gute Arbeitsatmosphäre genannt, der sichere Rahmen zum Ausprobieren der Übungen und Lektionen, die Zusammenarbeit mit Kollegen aus so unterschiedlichen Berufsfeldern.

Alles in Allem kann ich schon aus diesem ersten Kennenlernen des Work in Progress für „Zukunft in Vielfalt“ empfehlen, sich aktiv und umgehend dieser neuen Seminarveranstaltung zuzuwenden. (...)

Helga Schmid und Kathrin Fehlner - Distrikt-Pressebeauftragte

Zurück

 

 

Aktuelles

Lucien Vico Kempe, staatliches Schulamt Fritzlar:

„Das Seminar „Zukunft in Vielfalt“ ist eine in der Methode gelungene Mischung aus Praxis und Theorie, optimal zugeschnitten auf die Heterogenität, Diversität und Vielfalt an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufen I und II. Das Seminar selbst war  „Großes Kino“.

"Zukunft in Vielfalt" - zweites Pilotseminar in Rottweil mit positiver Resonanz

Die Themen Identität, persönliche und gesellschaftliche Werte, Zugehörigkeit, Fremdheit und vor allem Migration sowie die Frage, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen, beschäftigen viele Menschen in der heutigen Zeit. Damit eine "Zukunft in Vielfalt" eine Chance und Bereicherung darstellt, ist es sicher wichtig, sich zunächst über die eigene Identität und vor allem die eigenen Werte klar zu werden, um dann später einen Konsens mit anderen Wertehierarchien herstellen zu können...

Weiterlesen...

Erstes öffentliches Einführungsseminar Lions-Quest „Zukunft in Vielfalt“ in Abensberg

Das erste Pilotseminar Lions-Quest "Zukunft in Vielfalt" fand Mitte Oktober in Abensberg, einer niederbayrischen Kleinstadt nahe Regensburg, statt. Neben den Teilnehmern waren alle Senior-Trainer, die gleichzeitig auch die Programmentwickler sind, anwesend und führten erstmalig durch das neue Lions-Quest-Programm-Modul.Einen Auszug aus einem Bericht über den ersten erfolgreichen Pilot von "Zukunft in Vielfalt" können Sie hier lesen:

Weiterlesen...


Fachtag Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Lions-Quest "Zukunft in Vielfalt" war mit drei Workshops auf dem landesweiten Fachtag Deutsch als Zweitsprache (DaZ) des Hessischen Kultusministeriums vertreten. Dieser fand vom 16. bis 17.09.2016 in der Justus-Liebig-Universität Gießen - Philosophikum II - statt.

Weiterlesen...

Vorstellung ZiV auf Frankfurter Fachtagen

Am 14. Juni dieses Jahres wurde das neue Lions-Quest-Fortbildungsmodul erstmals im Rahmen der Frankfurter Fachtage „Das Miteinander gestalten in Klassen mit zugewanderten Kindern und Jugendlichen – Soziales Lernen – Teilhabe – Integration“ der Zielgruppe vorgestellt und sehr gut aufgenommen.

Weiterlesen...