„Zukunft in Vielfalt“ wird von der Zielgruppe mit Spannung erwartet

Nach der großen Resonanz im Vorjahr lud das Hessische Kultusministerium vom 16. bis 17.09. erneut zur Fachtagung „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) ein. In enger Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität in Gießen wurde über das diesjährige Motto „Gemeinsam die Herausforderung der Integration bewältigen“ diskutiert und in Workshops vertiefend dazu gearbeitet. Insgesamt kamen mehr als 750 Besucher, darunter Lehrkräfte, SozialpädagogInnen und erstmalig auch ehrenamtliche Sprachlernhelfende an Schulen, in die Gießener Universität. Johannes Pollmeier und Ansgar Merk, Lions-Quest-Seniortrainer und Mitglieder der Projektgruppe für die Entwicklung von „Zukunft in Vielfalt“, nahmen dabei die Gelegenheit wahr, das neue Lions-Quest-Seminar der Zielgruppe vorzustellen und trafen auf weitergehendes Interesse der Workshop-Teilnehmer.

Die Tagung war diesmal thematisch auf zwei Tage aufgeteilt und sprach verschiedene Zielgruppen an. Auf Anregung der „Fachgruppe Bildung“ des Asylkonvents der Hessischen Landesregierung fand der erste Tag unter dem Motto „Die Bedeutung des Ehrenamtes für die schulische Integration“ statt. Erstmalig wurden damit ehrenamtlich im schulischen Bereich Tätige angesprochen und in ihrer Arbeit gewürdigt. Die zunehmende Bedeutung der Ehrenamtlichen an Schulen hob auch Kultusminister Prof. Dr. Lorz hervor: „Mit der Arbeit und dem großartigen Einsatz tragen die TeilnehmerInnen des Fachtages zur erfolgreichen und gelingenden Integration der Kinder und Jugendlichen nichtdeutscher Herkunftssprache in unsere Gesellschaft bei.“ Dass dabei besonders die Unterstützung der SchülerInnen beim Erlernen der Unterrichtssprache zum Gelingen von Integration beiträgt, wurde am zweiten Tagungstag thematisiert. Ziel war hierbei die Sensibilisierung für die „Sprachförderung als DER Schlüssel zur schulischen Integration“.

Interkulturelles Lernen als Zukunftsfaktor

Genau hier setzt das neue Lions-Quest-Angebot „Zukunft in Vielfalt“ an. Es trägt besonders den zunächst geringen Deutschkenntnissen der jungen Menschen mit Fluchterfahrung Rechnung, indem mit vielen visuellen Elementen gearbeitet wird. „Zukunft in Vielfalt“ wurde schwerpunktmäßig zur Integration bzw. sozialen Inklusion von jungen Menschen mit Fluchterfahrung konzipiert und ist grundsätzlich zur Förderung interkultureller Kompetenzen in Schulklassen und ähnlich strukturierten Gruppierungen geeignet. Konzeptionell angelehnt ist das neue Lions-Quest-Angebot an die beiden bewährten Lebenskompetenz-Programme Lions-Quest „Erwachsen werden“ für die Sekundarstufe 1 und „Erwachsen handeln“ für die Sekundarstufe 2. Die inhaltliche Klammer von „Zukunft in Vielfalt“ sind die Themen „Interkulturelles Lernen“, „Wertebildung“, „Demokratiepädagogik“ und das Erwerben von „Life-Skills“ – Lebenskompetenzen – als Voraussetzung für die Prävention als Stärkung von schützenden Faktoren für eine gesunde Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Lions-Quest ‚Zukunft in Vielfalt‘ konzentriert sich auf die Stärkung der Ressourcen von jungen Menschen nach der Zuwanderung und auf einen positiven Gruppenprozess, der deren weitere gesunde Entwicklung erst ermöglicht. Mit dem Fokus auf die schützenden Faktoren ist das Angebot damit auf dem aktuellen Stand der Präventions- und Resilienz-Forschung.", so Senior-Trainer Ansgar Merk über die neue Fortbildung.

Positive Grundhaltung gegenüber kultureller Vielfalt

Die beiden erfahrenen Lions-Quest-Trainer führten die Teilnehmer zunächst inhaltlich in „Erwachsen werden“ und „Erwachsen handeln“ ein. Anschließend zeigten sie gemeinsam, wie sich „Zukunft in Vielfalt“ konzeptionell an diesen beiden Programmen orientiert. Sie machten darauf aufbauend die neuen Inhalte von „Zukunft in Vielfalt“ für die Interessierten praktisch erlebbar, indem diese sich durch die eigenständige Erarbeitung der Seminarinhalte und das Ausprobieren der Übungen aktiv beteiligen mussten.

„Zukunft in Vielfalt“ kann, kontinuierlich in Schulklassen oder sich regelmäßig über einen längeren Zeitraum treffenden Gruppen angewandt, helfen, eine positive Grundhaltung aller Beteiligten gegenüber kultureller Vielfalt zu erzeugen. Dies sorgt für ein besseres Gruppen-Klima und kann Vorurteile bereits zu Anfang abbauen. So gelingt gegenseitiges Kennenlernen, Vertrauensbildung und Wertschätzung schneller und nachhaltiger.

Praxisnähe und sofortige Anwendbarkeit

Ein Beispiel für eine praxisnahe Methode des Kennenlernens ist die sogenannte „Schlüsselübung“, welche die Teilnehmer im Workshop vorgestellt bekamen. Dieser „Energizer“ ist bei der Arbeit mit Gruppen hilfreich, um  z. B. ein erstes Kennenlernen zu initiieren und miteinander in Kontakt zu kommen. Gerade bei der Integration von geflüchteten jungen Menschen können diese Übungen ein Eisbrecher sein, um Berührungsängste abzubauen. Die „Schlüsselübung“ kann eine erste Möglichkeit sein, etwas Persönliches auszutauschen und miteinander in Gespräch zu kommen. Die Schüler werden hierbei aufgefordert, ihren Schlüssel (oder einen anderen persönlichen Gegenstand) in die Hand  zu nehmen und sich zu überlegen, was dazu zu erzählen ist. Bei geringen Sprachkenntnissen besteht auch die Möglichkeit, dazu ein Bild aufmalen zu lassen. Auf ein Zeichen tauschen sich die Schüler paarweise darüber aus, welche Bedeutung der Schlüssel/Gegenstand für sie hat, wie z. B. einen Raum für Rückzug haben, an einen sicheren Ort kommen etc. Nach ein paar Minuten bedankt man sich und tauscht die Partner.

Gerade diese Praxisnähe des Seminars „Zukunft in Vielfalt“ und die sofortige Anwendbarkeit der Übungen/Energizer wurden von den Teilnehmern im Feedback gelobt. Die Mehrheit war von der Art der Vermittlung des Inhaltes angetan und fühlte sich positiv zur aktiven Mitarbeit angeregt. So fiel auch das Fazit von Senior-Trainer Johannes Pollmeier ähnlich positiv aus: „Die Vorstellung des Lions-Quest Angebots und hier vor allem das neue Angebot ‚Zukunft in Vielfalt‘ auf der Tagung ‚Deutsch als Fremdsprache‘ des Hessischen Kultusministeriums hat sich in jedem Fall gelohnt. Einige der Teilnehmer kannten Lions-Quest bereits, andere noch nicht. Die Teilnehmer waren sehr interessiert an ‚Zukunft in Vielfalt‘ und den zusätzlichen Informationen. Die Inhalte und Methoden wurden als sehr hilfreich, praxisnah und direkt umsetzbar im Schulalltag empfunden.“

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Aktuelles

Lucien Vico Kempe, staatliches Schulamt Fritzlar:

„Das Seminar „Zukunft in Vielfalt“ ist eine in der Methode gelungene Mischung aus Praxis und Theorie, optimal zugeschnitten auf die Heterogenität, Diversität und Vielfalt an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufen I und II. Das Seminar selbst war  „Großes Kino“.

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Die Themen Identität, persönliche und gesellschaftliche Werte, Zugehörigkeit, Fremdheit und vor allem Migration sowie die Frage, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen, beschäftigen viele Menschen in der heutigen Zeit. Damit eine "Zukunft in Vielfalt" eine Chance und Bereicherung darstellt, ist es sicher wichtig, sich zunächst über die eigene Identität und vor allem die eigenen Werte klar zu werden, um dann später einen Konsens mit anderen Wertehierarchien herstellen zu können...

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Vorstellung ZiV auf Frankfurter Fachtagen

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