Lions-Quest-Vorstand

Interview mit Lions-Quest-Vorstand Heinz-Jörg Panzner

 

„Die Zukunft gestalten – die Zukunft gewinnen“

Herr Panzner, beschreiben Sie bitte kurz Ihre Aufgaben als Vorstand für Lions-Quest.

Heinz-Jörg Panzner: In der Mitgliederversammlung 2009 wurde ich zum zweiten Mal als Vorstand für Lions-Quest bestellt. Teil meiner Aufgaben ist es, für die Weiterentwicklung bei Lions-Quest „Erwachsen werden“ zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel das Qualitätssiegel für herausragende Schulen oder neue Materialien wie die Anleitungen zur Prozessbegleitung. Wir haben 25 Trainer und 16 Kabinettsbeauftragte Lions-Quest (KLQs). Die KLQs gewinnen Lehrer für das Lebenskompetenzprogramm, organisieren Seminare und sind unmittelbar mit den Schulbehörden und Ministerien im Gespräch. Die Koordination und Leitung der Trainer und KLQs nimmt naturgemäß einen weiten Raum ein. Höhepunkte in jedem Jahr sind zwei Tagungen dieser Teams. Hier gilt es, Informationen auszutauschen und über neue Entwicklungen in der Schullandschaft zu diskutieren.

Wie lautet Ihr Motto als Vorstand für Lions-Quest?

Panzner: Als Distrikt-Governor hatte ich mir das Motto: „Die Zukunft gestalten – die Zukunft gewinnen“ gewählt. Ich bin überzeugt davon, dass es zu den wichtigsten Aufgaben einer Gesellschaft gehört, die nachfolgende Generation gut auf den Weg zu bringen. Schließlich wird sie die Zukunft gestalten.

Mit welcher Motivation gehen Sie Ihr Amt an?

Panzner: Da ist vor allem mein Engagement für die Jugend. Ich war einmal Personalchef und weiß, welche Bedeutung Lebenskompetenzen wie Selbstvertrauen und Kommunikationsfähigkeit haben. Bei einem Einstellungsgespräch entscheiden die ersten Momente des Auftretens eines Kandidaten in hohem Maße, ob eine Chance zur Einstellung entsteht. Nicht jeder kann bei der ersten Bewerbung Erfolg haben. Junge Menschen müssen lernen, mit Niederlagen umzugehen. Auch bei der vierten Bewerbung braucht man Selbstvertrauen, um zum Erfolg zu kommen. Hier gibt es Möglichkeiten, den Jugendlichen zu helfen. Lions-Quest „Erwachsen werden“ in der Hand erfahrener Lehrer kann diese Chancen geben.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Arbeit gesetzt?

Panzner: Mein Vorgänger Gerhart Knoblauch hat Lions-Quest erfolgreich eingeführt und zu einer gewissen Reife gebracht. Die Grundbausteine, wie die Konzepte der Seminare und Organisation, hat er gelegt. Darauf möchte ich aufbauen und das Lebenskompetenzprogamm weiterentwickeln. Wir Lions wollen mit unseren Activities nicht nur Akzente in der Gesellschaft setzen, sondern auch nachhaltig Veränderungen zum Besseren herbeiführen. Für Lions-Quest heißt das: Wir sollten möglichst vielen jungen Menschen die Möglichkeit geben, das Programm selbst zu erfahren, um stark für das Leben zu werden. Die Lions, die Clubs und die Beauftragten haben schon viel erreicht. An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön für so viel Engagement aussprechen! Über 64.000 Lehrer haben wir bisher in den Lions-Quest-Seminaren geschult. Das sind etwa 15 Prozent der Lehrer. Wenn wir aber eine breite Wirkung in der Gesellschaft erzielen wollen, sollten es – so die Wissenschaft – circa 50 Prozent der Lehrer sein, die Lions-Quest „Erwachsen werden“ im Unterricht anwenden. Wir haben also noch einen längeren Weg vor uns. Aber wir haben bewiesen, dass wir auch ein langfristiges Ziel erfolgreich angehen können. Gemeinsam werden wir bestimmt noch mehr schaffen. Auch das möchte ich erreichen.

Was sind dabei die Schwerpunkte?

Panzner: Damit die Lehrer das Rüstzeug für den Unterricht mit Lions-Quest erhalten, müssen erst einmal Einführungsseminare stattfinden. Neben diesem Anschub ist aber auch die begleitende Betreuung und Beratung nötig, um das Anwenden von Lions-Quest in den Schulen nachhaltig zu sichern. Genau das habe ich mir zum Ziel gesetzt. Dafür haben wir das System der Prozessbegleitung entwickelt. Dabei machen wir dem Staat Vorschläge, wie Lions-Quest in Schule und Schulaufsicht organisiert werden kann. Wir überlegen, was den Lehrern als Fortbildung angeboten und wie Lions-Quest schrittweise – als Prozess und System – in der Organisation der Schule verankert werden kann. Daher sprechen wir von Prozessbegleitung. In diesem Zusammenhang bieten wir den Schulen auch die Möglichkeit, sich als herausragende Schule mit dem Qualitätssiegel zertifizieren zu lassen. Als weiteres großes Ziel habe ich mir vorgenommen, Lions-Quest „Erwachsen werden“ zu erweitern, damit die Lions auch ein Lebenskompetenzprogramm für junge Menschen im Alter von 15 bis 19 Jahren anbieten können. Inzwischen hat der Governorrat dieses Projekt grundsätzlich befürwortet. Dank eines Netzwerkes von Unterstützern wie LCIF, dem HDL und der Peter Ustinov Stiftung werden wir die Finanzierung sichern können.

Wie möchten Sie Ihre Ziele umsetzen?

Panzner: Leitung im ehrenamtlichen Bereich funktioniert anders als die Leitung eines Unternehmens. Beim Ehrenamt muss man noch mehr Menschen mitnehmen und begeistern. Ich denke, das ist eine wichtige Voraussetzung, um hier erfolgreich sein zu können. Obwohl es natürlich viel Arbeit macht, nehme ich im Raum Leipzig auch die Aufgabe des Kabinettsbeauftragten wahr. Dadurch können wir gut Projekte ausprobieren, denn mit erfolgreichen Beispielen kann man besser überzeugen. Ein Musterprojekt hierzu ist das Qualitätssiegel. Es wurde in Leipzig entwickelt und wird dort seit fünf Jahren erfolgreich umgesetzt.

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Panzner: Wir haben gute und kompetente Mannschaften und Teams. Das gilt für das HDL, die KLQs und die Trainer in gleicher Weise. Es macht Freude mit diesen Teams für die Zukunft von Lions-Quest zu arbeiten.

Was mögen Sie besonders an Ihrem Amt?

Panzner: Es ist schön, viele begeisterte und engagierte Menschen kennenzulernen und mit ihnen etwas zu bewegen.

Was bestärkt Sie darin, durch Ihre Tätigkeit im Vorstand des HDL etwas für Lions und für andere bewirken zu können?

Panzner: Hier kann ich mein Ziel, mich zu engagieren, mit Einsatz für die Jugend verbinden.

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